4. Bild des zweiten Schritts

Ich gebe gerne zu, dass es jetzt anfangen könnte, dass einige von euch sich den Kopf kratzen und sich fragen: Na, ob das alles so ist oder ob die sich da nicht was zusammen spinnt. Aber gebt mir und der LGBTQ+-Community eine Chance, uns zu erklären. Soweit wir schon Worte gefunden haben 😀 Es ist nämlich gar nicht so einfach, das eigene Innenleben zu beschreiben und dann auch noch so, dass Leute dieses für sie unbekannte Thema auch noch verstehen können.

Aromantik:

Das ist schon ein sehr merkwürdig neues Wort. Nicht oft gehört, nicht oft ausgesprochen und noch seltener so gelebt, wie es für uns Menschen gesund wäre.

Im Allgemeinen möchte ich sagen, dass niemand verpflichtet ist, in einer Beziehung zu leben! Unabhängig der sexuellen Orientierung und des Geschlechts. Mit sich allein sein zu können, zeugt von großer Stabilität im Menschen selbst und ist erstrebenswert für alle. Menschen, die aber solo durchs Leben fliegen, haben viel mit Kommentaren wie „Ach, wir finden schon jemanden für dich“ oder „Du bist aber wählerisch“ oder „Du kannst doch nicht für immer allein bleiben“ zu tun.

Das Zugeständnis:

Ja, wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen einander.

Deine Aufgabe:

ABER nicht jeder Mensch ist einsam, wenn dieser allein ist. Wir sollten akzeptieren lernen, dass es Personen gibt, in denen eine Bindung an Menschen in Form einer festen Beziehung nicht existiert und das ist okay. Aromantik bedeutet, dass diese Menschen kein solches Interesse haben. Stattdessen pflegen sie z. B. besondere freundschaftliche Beziehungen, die über das momentan gelebte „Freundschafts“-Beziehungskonstrukt hinaus gehen. Liebe kann sehr viele Formen und Grade annehmen und wir können lernen, dies einfach mal stehen zu lassen, OHNE es zu bewerten. Zu diesem Begriff zählt, dass aromantische Menschen zwar großes Interesse an Sex haben und sexuelle Übereinkünfte mit anderen Menschen eingehen, aber mehr eben nicht. Und auch das ist völlig in Ordnung und entspricht unserer menschlichen Natur. Wie die Verhältnisse und Bedürfnisse sind, hängt von jedem Individuum selbst ab, darüber lassen sich keine allgemeinen Aussagen tätigen.

 

Ausführlicher könnt ihr hier meine Gedanken zu Farben, Formen und Ideen verfolgen 🙂

1. Bild vom zweiten Schritt

Während dieser gedanklichen Reise mit farbenfrohen (zugegeben ziemlicher Farben-“Beballerei”) Bildern kann euch ruhig hin und wieder schwummrig werden. Das ist gar nicht schlimm. Macht Pausen, führt euch nur das zu, was ihr schon schlucken könnt und geht einen Schritt nach dem anderen. Ich will ja nicht, dass euch was quer im Hals stecken bleibt 😉

Aber ein Wanderer muss gehn, um für sich da anzukommen, wo dieser hinwill.

Wohlan, meine tapfren Recken und Reckerinnen, schreiten wir voran und kommen wir zum nächsten Schritt!

Nun fangen die Farben an miteinander zu spielen. Jetzt fängt es an wichtig zu werden, dieses Spiel zu beobachten.

Wenn du dich nicht mehr entsinnst, welche Farben was bedeuten (in meinem erklärten Sinne, hier), dann schau gern noch mal bei den ersten Schritten vorbei.

2. Heterosexualität:

Wir Menschen sind mehr als nur unser Geschlecht. Wir sind mehr als unsere Gedanken und Gefühle. Wir sind mehr als Kleidung, Schminke und Accessoires. Lassen uns aber gern einsperren in Kategorien und Schubladen. Wir können uns zugestehen, dass wir etwas in uns haben, was wir im Außen nicht gesehen haben wollen. Aber nichtsdestotrotz haben wir es in uns.

Das Zugeständnis:

Ist es schwierig, als Mann Gefühle an sich ranzulassen? Sicherlich! Alles ist schwierig und doof, was der Papa dir nicht beibringen konnte. Alles ist kompliziert und mühsam, was du üben musst. Genauso ist es für die Frauen: Sie haben einen großen Kampf gekämpft und kämpfen ihn weiter. Männer haben unterdrückt und unterdrücken immer noch. Aber nicht nur die Frauen, sondern vor allem auch sich selbst. Eine einzige Unterdrückungs-eingrenzungs-Ideen-vernichtungs-Maschinerie, zum Kotzen!

Deine Aufgabe:

Deshalb an alle: Schwierig, kompliziert, mühsam, anstrengend. Das alles heißt nicht unmöglich! Wer unmöglich denkt, begrenzt sich selbst! Blödes Coaching- und Pädagogen-Blabla, ich weiß, mir kam´s auch schon manches Mal zu den Ohren raus, aber es ist wahr, Himmelherrg(o/ö)tt(in) noch mal! Rein ins Gefühl und die Emotionen, ihr müsst euch nicht hinter einer festen Mauer kalt und machomäßig verstecken, das ist nicht MÄNNLICH! Raus aus dem Schatten des Mannes, auf die Bühne ins Spotlight. Ihr müsst euch nicht hinter einem großen Rücken verstecken, das ist nicht WEIBLICH. Ihr habt selbst ein wunderschön starkes Rückgrat!

Ausführlicher könnt ihr hier meine Gedanken zu Farben, Formen und Ideen verfolgen 🙂

3. Bild der ersten Schritte

Heterosexualität

Dieses Bild ist in erster Linie für die LGBTQ+ Community, aber kann auch für die Heten unter euch Wissen und Weisheit bergen. (Vor allem in der Fortsetzung!)

Heterosexualität:
Das Zugeständnis:

Zugegeben, der Regenbogen und alle Variationen wurden in der Menschheitsgeschichte in den unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen unterschiedlich stark unterdrückt bis hin getötet. Nur fragmentarisch können wir geschichtlich herausfinden, ob und wie der Mensch die sexuelle Vielfalt gelebt hat. Und die Unterdrückung unseres Sein ist ein absolutes No-Go, gehört nicht mehr ins 21. Jh und aller Hass gegen uns sollte sofort aufhören!

Deine Aufgabe:

Aber ein Fakt ist es und das lernen wir aus der Natur: Wenn wir das Leben so entstehen und gedeihen lassen würden, wie es ist, dann ist klar, dass die Cis-Hetero-Norm prozentual verbreiteter ist als die Queerness. Wir müssen akzeptieren, dass auch die Heterosexualität dazu gehört und nicht schlechter ist als alles andere. Deshalb gehören Heten auch zum CSD, wie jeder Mensch, der/die/dier an Respekt, Gleichberechtigung und Liebe interessiert ist. Es ist keine Party NUR für uns!

Ausführlicher könnt ihr hier meine Gedanken zu Farben, Formen und Ideen verfolgen 🙂

2. Bild der ersten Schritte

Schwul

Hier kann ich nun nur von meinen Ideen und den Erzählungen von schwulen Männern zerren. Ich bin zwar ziemlich queer, aber alles geht nicht 😉

In Serien und verschiedenen Fernsehsendungen mittlerweile sehen wir ein ganz bestimmten Typ schwulen Mann. Wie bei lesbischen Frauen scheint das Bild des schwulen Mannes ziemlich festzusitzen und wenn ein nicht typischer, in pink gekleideter Schwuli vor uns steht, sind wir erst mal ziemlich verwirrt.

Männliche Homosexualität:
Das Zugeständnis:

Ähnlich sieht es bei der männlichen Homosexualität aus. Das Klischee eines schwulen Mannes ist ein Fächer und Handtaschen schleudernder, geschminkter und in Tränen aufgelöster Bruce Danell oder Rue Paul. Auch hier: Ja, solche schwulen Männer gibt es, aber es sind nicht alle so und dieses Verhalten ist NICHT an Homosexualität gebunden! Wer sich so verhält, verhält sich so und das ist mehr als okay, ist aber kein Freibrief für andere diese Männer als Tunten, Schwuchtel oder was weiß ich zu beleidigen. Also das Zugeständnis ist: Wenn sich ein Mann mit Fächer und Handtasche bewaffnet, in High Heels und mit Schminke bestückt auf die Straße begibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser Mann schwul ist, aber kein Garant. Nicht desto trotz: Lasst sie in Ruhe ihres Weges ziehen!

Deine Aufgabe:

So unterschiedlich die lesbischen Frauen sein können, so unterschiedlich können auch schwule Männer sein. Auch ein muskulöser, behaarter, Pink hassender Mann kann schwul sein. Wir müssen akzeptieren, dass auch ein Mann, der fantastische Kunststücke mit großen Bällen auf einem grünen Rasen zaubern kann, auch kniend mit kleinen Bällen spielen kann. Dadurch wird er nicht schlechter in seinem Job oder schwach!

Ausführlicher könnt ihr hier meine Gedanken zu Farben, Formen und Ideen verfolgen 🙂

1. Bild der ersten Schritte

Lesbisch

Ich habe viel darüber nachgedacht, wie wir von dem Jetzt-Zustand zur Utopie der Akzeptanz unserer Vielfalt kommen.

Viele Menschen halten sich an ihren Gewohnheiten fest und es ist schwer, sie davon zu überzeugen, dass es doch seinen Sinn hat, sich mal mit neuen Gedanken und Begriffen auseinander zu setzten.

Mit meiner Kunstausstellung möchte ich den sehr steinigen Weg in eine fremde Welt erleichtern. Der Weg ist zwar mit vielen neuen Begriffen gepflastert, aber:

Liebe Menschen, die ihr vor dieser noch unbekannten, bunten, komischen, vielfältigen und teils verrückten Welt steht, fühlt euch eingeladen.


Fühlt euch eingeladen, euer Unwissen in Wissen, um zu wandeln.

Fühlt euch eingeladen, eure Angst mit Selbstbewusstsein aus zu tauschen.

Fühlt euch eingeladen, eure noch unbekannten Gefühle zu erforschen.

Fühlt euch eingeladen, eure Wut mit Verstehen zu besänftigen.


Wagen wir den ersten Schritt. Hin zu einer sexuellen Orientierung, die schon seit längerem Einzug in unser alltägliches Leben hält und nicht ganz so neu ist.

Weibliche Homosexualität:
Das Zugeständnis:

In meiner Zeit, in der ich mich erst nur als lesbische Cis-Frau gefunden glaubte, ist mir dieses Klischee begegnet. Menschen nehmen lesbische Homosexualität sehr maskulin wahr. Eine lesbische Frau ist muskulös oder korpulent gebaut. Trägt nur weite Baggy Pants, Capi, kurze Haare und Hemden. Als die ersten sehr weiblichen lesbischen Frauen sich zu outen versuchten, wurden sie oft nicht ernst genommen und diverse Sprüche wechselten die Thekenseiten. Hier das Zugeständnis: Ja, einige lesbische Frauen entsprechen diesem Klischee, also unbegründet ist es nicht, ABER:

Deine Aufgabe:

Kleidung, Verhalten, Aussehen und Lebensstil sagen nichts Eindeutiges darüber aus, welche sexuelle Orientierung eine Person hat. Das Äußere ist das Äußere und wir müssen einen Blick mehr riskieren und ins Innere sehen, wenn wir jemanden wirklich kennenlernen wollen. Also die Aufgabe: Akzeptiere, wenn eine feminine Frau (lange Haare, Kleider tragend, geschmickt) vor dir steht und sich als homosexuell outet, und bagger sie nicht noch mehr an oder stell es infrage! Es ist nicht deine Baustelle, sondern die der Frau.

Ausführlicher könnt ihr hier meine Gedanken zu Farben, Formen und Ideen verfolgen 🙂

Das 3. Bild der Ausgangssituation

nur-hetero

So sind wir aufgewachsen oder?! Zumindest die meisten. Auch ich hatte/habe eine Mutter und einen Vater und in erster Linie hat mein Vater gearbeitet und meine Mutter war für Haus und Hof zuständig. Und Kindererziehung klar …

Die feministische Bewegung ist schon ne Weile länger am Ball: Dieses starre Konstrukt zu verschieben oder gar ganz aufzulösen. Ich mein, es ist ja auch einfach: Eine Autobahn lässt sich leichter befahren, als sich in den noch komplett neuen Jungle eines neuen Verhaltens oder Lebens zu schlagen. 

Viele dürften mittlerweile fast schon genervt sein von dem “dämlichen Gender Gab”-Thema.

(Ähnlich wie ich im Geschichtsunterricht als wir das 5. Mal den 2. Weltkrieg durchgenommen haben … Was nicht am Thema liegt, das sollte NIEMALS vergessen oder verdrängt werden! Aber durch Art und Weise, wie ein Thema aufbereitet wird, dargestellt und AM WICHTIGSTEN die Bezüge zum Heute gezogen werden, steigt oder fällt die Aufmerksamkeit der zuhörenden Menschen.)

Aber das zaubert die Thematik nicht weg. Es löst die unterschiedliche Sichtbarkeit der Geschlechter und vor allem Wertschätzung nicht auf. Jeder Mensch und jede Person arbeitet jeden Tag daran mit, ob wir mehr Respekt für einander haben oder auf einander losgehen.

Hier gehts weiter zur Kunstausstellung und weiteren Ausführungen 😉

Meine erste Kunstausstellung

Aktuell ist es für Newcomer ja nicht der besse aller Zeitpunkte und Ausstellungsplätze für die gefertigte Kunst sind eine Rarität, aber wir haben ja das Internet. Nicht ganz das Galeriefeeling, aber wenigstens etwas.

Ich starte mit meiner ersten Kunstausstellung heute, zum Thema: Beziehungen und Geschlechter. Ja dieses komplizierte Wortkürzel:

LGBTQ+

Eine komische Abkürzung über die viel geredet, geschrieben, gesprochen, diskutiert und leider noch viel zu oft dagegen gehetzt wird.

Aber schauen wir doch mal hin. Was heißt das alles denn? Diese ganzen viele neuen Wörter.

Als Erstes stelle ich die Frage, ganz privat an mich selbst:

Wie glaube ich, nehmen die meisten Menschen, die sich stark, laut und toll über die LGBTQ+ – Community mokieren oder gar mit Hetze reagieren, die Welt “Mensch” wahr.

der-mensch

Lies hier weiter, wenn du mehr über die Ausgangssituation und deren erstes Bild wissen willst 🙂