Erste Schritte

LGBTQ+

Ich denke oft und viel über große Konflikte nach. So nach dem Motto: Was ist der Sinn des Lebens oder wie kommen wir zu mehr Respekt untereinander auf der Welt. Diese Gedanken sind sehr gewaltig und ich kann Stunden damit füllen. Die finale Frage ist dann aber: Wie hinkommen?

Es ist sehr wichtig, für uns Menschen ein übergeordnetes Ziel zu haben, wie eine Zukunftsvision: “Was will ich mal werden” oder “Wie will ich leben”. Dieses Ziel gibt uns Orientierung und wird in der Psychologie umgangssprachlich als Polarstern bezeichnet.  Klar ist, dass es schwierig ist, Pläne sich umschmeißen und das Leben mit Listen und festen Zielen zu erdrosseln funktioniert nicht. Das führt nicht zu einem glücklichen Leben.

 


“Leben findet im Moment statt, nicht gestern, nicht morgen, sondern heute. Aber eine Idee von morgen zu haben und nicht zu vergessen, was gestern noch wichtig für das morgen also heute war, ist ein ganz guter Weg.”


 

Bei konfliktreichen Themen ist es gut, eine Vision zu haben. In meinem Fall:


Weg vom Geschlecht – hin zum Menschen!

Weg von sexuellen Praktiken – hin zur Liebe!


Das schließt ein, dass wir aufhören können, auf Begriffen rumzuhacken und uns an ihnen aufzuhängen. Aber momentan brauchen wir diese Begriffe sehr, sehr dringend, um die Vielfalt überhaupt erst mal greifbar zu machen.

Also Vision haben: Check, hab ich! Aber wie jetzt da hinkommen?

Da ich selbst zu genau weiß, wie schwierig es ist, die eigenen Gedanken und Einstellungen zu hinterfragen und dann auch noch zu ändern, habe ich einen kleinschrittigen Weg gepflastert hin zu dieser einen Utopie.

Fangen wir damit an, was schon seit einigen Jahrzehnten den Weg in die Gesellschaft gefunden hat: Homosexualität.

Bevor es losgeht ein paar allgemeine Erklärungen zu den zukünftigen Bildern:

1. Thementeilung:

Ich habe meine Ausstellung in zwei Hauptthemen unterteilt:

Sexuelle Orientierungen und Geschlechter.

Diese zwei Themen werden oft in einen Hut geschmissen, müssen aber in erster Linie getrennt voneinander betrachtet werden, weil z. B. ein Transsexueller Mann (geboren mit männlichen Sexualorganen, fühlt sich aber als Frau) muss nicht automatisch auf Männer stehen. Und ein schwuler Mann, der sich als Drag Queen kleidet, muss nicht Transsexuell sein. Die erste Hälfte meiner Bilder dreht sich um die sexuellen Orientierungen und ist fast ausschließlich auf das Cis-Geschlecht bezogen.

 


(Cis-Geschlecht/Cis-Gender: Nach der Geburt wird dir ein Geschlecht anhand deiner äußeren und inneren Geschlechtsmerkmale zugewiesen vom Arzt/Hebamme. Und du identifizierst dich mit diesem Geschlecht und kommst nicht in den Prozess, dieses zu hinterfragen.

Trans-Geschlecht/Trans-Gender: Du fühlst dich mit dem dir zugewiesenen Geschlecht nicht wohl, identifizierst dich mit einem anderen und leitest im besten Fall Schritte ein dieses auch nach Außen zu leben. Was aber keine Operationen unbedingt nach sich ziehen muss!)


 

2. Farbgebung:

In meinen Überlegungen zur Utopie habe ich darüber nachgedacht, dass die meisten Menschen mit den Farben Rosa und Blau das meiste anfangen können. Deshalb stehen die Blautöne hier für die männlichen Attribute oder Verhaltensweisen und die Rot/Rosatöne für die Weiblichen.

(Dazu eine Bitte: Meine Kunstausstellung umfasst fast 30 Bilder, in denen ich eine Entwicklung darstellen möchte. Deshalb wartet bitte bis zum Ende mit dem Protest gegen diese starre Farbdarstellung. Wir sind erst am Anfang. Und wie schon gesagt: Ich versuche, kleine Schritte zu kreieren, und mache Zugeständnisse in jedem Bild kombiniert aber mit einer Aufgabe für jede Person, die sich mit den Bildern auseinandersetzt.)

Und noch ein Hinweis zum Hintergrund: Jede Stufe, die wir nehmen, ist gekennzeichnet. Ab Stufe zwei achtet darauf, was sich im Hintergrund so tut.

Jetzt aber los zu den Bildern 🙂

Weibliche Homosexualität:
Das Zugeständnis:

In meiner Zeit, in der ich mich erst nur als lesbische Cis-Frau gefunden glaubte, ist mir dieses Klischee begegnet. Menschen nehmen lesbische Homosexualität sehr maskulin wahr. Eine Lesbische Frau ist muskulös oder korpulent gebaut. Trägt nur weite Baggy Pants, Capi, kurze Haare und Hemden. Als die ersten sehr weiblichen lesbischen Frauen sich zu outen versuchten, wurden sie oft nicht ernst genommen und diverse Sprüche wechselten die Thekenseiten. Hier das Zugeständnis: Ja einige lesbische Frauen entsprechen diesem Klischee, also unbegründet ist es nicht, ABER:

Deine Aufgabe:

Kleidung, Verhalten, Aussehen und Lebensstil sagen nichts Eindeutiges darüber aus, welche sexuelle Orientierung eine Person hat. Das Äußere ist das Äußere und wir müssen einen Blick mehr riskieren und ins Innere sehen, wenn wir jemanden wirklich kennenlernen wollen. Also die Aufgabe: Akzeptiere, wenn eine feminine Frau (lange Haare, Kleider tragend, geschmickt) vor dir steht und sich als homosexuell outet, und bagger sie nicht noch mehr an oder stell es infrage! Es ist nicht deine Baustelle, sondern die der Frau.

Männliche Homosexualität:
Das Zugeständnis:

Ähnlich sieht es bei der männlichen Homosexualität aus. Das Klischee eines schwulen Mannes ist ein Fächer und Handtaschen schleudernder, geschminkter und in Tränen aufgelöster Bruce Danell oder Rue Paul. Auch hier: Ja solche schwulen Männer gibt es, aber es sind nicht alle so und dieses Verhalten ist NICHT an Homosexualität gebunden! Wer sich so verhält, verhält sich so und das ist mehr als okay, ist aber kein Freibrief für andere diese Männer als Tunten, Schwuchtel oder was weiß ich zu beleidigen. Also das Zugeständnis ist: Wenn sich ein Mann mit Fächer und Handtasche bewaffnet, in High Heels und mit Schminke bestückt auf die Straße begibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser Mann schwul ist, aber kein Garant. Nicht desto trotz: Lasst sie in Ruhe ihres Weges ziehen!

Deine Aufgabe:

So unterschiedlich die lesbischen Frauen sein können, so unterschiedlich können auch schwule Männer sein. Auch ein muskulöser, behaarter, Pink-hassender Mann kann schwul sein. Wir müssen akzeptieren, dass auch ein Mann, der fantastische Kunststücke mit großen Bällen auf einem grünen Rasen zaubern kann, auch kniend mit kleinen Bällen spielen kann. Dadurch wird er nicht schlechter in seinem Job oder schwach!

Heterosexualität:

Dieses Bild ist in erster Linie für die LGBTQ+ Community, aber kann auch für die Heten unter euch Wissen und Weisheit bergen. (Vor allem in der Fortsetzung!)

Das Zugeständnis:

Zugegeben, der Regenbogen und alle Variationen wurden in der Menschheitsgeschichte in den unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen unterschiedlich stark unterdrückt bis hin getötet. Nur fragmentarisch können wir geschichtlich herausfinden, ob und wie der Mensch die sexuelle Vielfalt gelebt hat. Und die Unterdrückung unseres Sein ist ein absolutes No-Go, gehört nicht mehr ins 21. Jh und aller Hass gegen uns sollte sofort aufhören!

Deine Aufgabe:

Aber ein Fakt ist es und das lernen wir aus der Natur: Wenn wir das Leben so entstehen und gedeihen lassen würden, wie es ist, dann ist klar, dass die Cis-Hetero-Norm prozentual verbreiteter ist als die Queerness. Wir müssen akzeptieren, dass auch die Heterosexualität dazu gehört und nicht schlechter ist als alles andere. Deshalb gehören Heten auch zum CSD, wie jeder Mensch, der/die/dier an Respekt, Gleichberechtigung und Liebe interessiert ist. Es ist keine Party NUR für uns!

Hier geht´s zurück zur “Ausgangssituation” 🙂

Kennst du den “Zweiten Schritt” schon?! 😉

Spring gleich vor zum “dritten Schritt

Oder willste meine gesamte “gemalte Kunst” sehen? o.O

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