Dritter Schritt

LGBTQ+

Nun kommen wir zu Schritt drei in meiner Gedankenreise. Schön, dass du immer noch dabei bist!

Bisher haben wir schon bekannte sexuelle Orientierungen kennengelernt (Homo-Hetero) und auch schon eine sehr unbekannte Sexualität (Aromantik). Dazu hast du dich darauf eingelassen zu akzeptieren, dass jeder unabhängig des Geschlechtes weibliche sowie männliche Anteile, Verhaltensweisen und Arten das Leben zu meistern in sich trägt. Und diese verschiedenen Weisen müssen gelebt werden dürfen, wenn wir ein gesundes Miteinander anstreben.


Kein Mann darf als Pussi oder Schlappschwanz verurteilt werden, nur weil dieser Mann eine weiche Seite an sich entdeckt hat oder auf Penisse abfährt und dies dann auch nach außen lebt.

Keine Frau darf als Mannsweib oder Schlampe abgestempelt werden, nur weil diese ihre männlichen Anteile gefunden hat und z. B. Kraftsport betreibt oder eine frei gelebte Sexualität pflegt und Sex liebt. Ob mit Frauen oder Männern.

 


 

Bevor es jetzt aber in die Bilder geht, noch ein farblicher Hinweis:

 

Was passiert mit den Farben? Achtet einmal mehr genauer auf die Verflechtungen.

Ich strebe eine weitere Verflechtung der weiblichen und männlichen Anteile in uns an und nun bin ich dabei angekommen, dass ihr und auch ich es nicht nur im Innern anfangt zu akzeptieren, sondern es auch ins außen tragt. Lebt es! Es gibt nichts, wofür wir uns schämen müssen. Klar ist, dass es noch viele gibt, die ein starkes Problem damit haben.

Aber ich möchte mit Wohlwollen reagieren, nicht mit Wut.

Ich möchte Liebe geben und keine Angst forcieren.

Ich möchte friedlich leben, nicht im Krieg.

Jetzt aber zu den Bildern.

1. Bild:

Wir kommen zu einem Schritt, der herausfordernd ist und von mir in ein Bild zusammengefasst wird: Die Gleichberechtigung.

„Ein Miteinander auf Augenhöhe“

 

Das Zugeständnis:

Tatsache ist, dass wir Jahrhunderte lang ein Mann – Frau Bild vorgelebt bekommen haben. Es ist in unsere Erziehung geflossen, in unsere Lebensweise, in unsere gesellschaftlichen Strukturen. Auch ich bin nicht feministisch aufgezogen worden und meine Eltern haben auch nicht feministisch gelebt. Also ein plötzliches, von jetzt auf gleich verlangtes Wechseln zu einem „besseren“ Leben halte ich für ungesund. Das holpert und scheppert ganz schön, wie wir an den unterschiedlichsten Stellen sehen. Und manchmal knallt es ziemlich und es gibt viele Verletzte.

Meine Aufgabe:

ABER nur weil es schon immer so war, heißt es nicht, dass es gut war. Wir haben unsere Geschichte, diese wurde gelebt und wir können jetzt daraus lernen. Immer mehr Menschen kommen auf die Welt und stellen diese Prinzipien und Lebensweisen allein mit ihren neuen Lebensweisen infrage und werden dafür ganz schön hart angegangen. Und das ist falsch! Ich möchte mit diesem ersten Bild des 3. Schritts zeigen, dass es andere Lebensweisen auf Augenhöhe geben kann und diese werden gelebt.


Dieses „Auf Augenhöhe“ birgt natürlich Herausforderungen, aber keine Unmöglichkeiten.

Dieses „Auf Augenhöhe“ ist möglicherweise komplex, aber nicht unumsetzbar.

Dieses „Auf Augenhöhe“ ist vielleicht schwierig, aber nicht unstembar.


 

Abschließend lass mich sagen, was aus meiner Sicht für dieses „Auf Augenhöhe“ notwendig ist: Kommunikation!

Ein einfaches Wort. Wir alle kennen es und glauben es zu können. Ich kann von mir selbst sagen, dass ich lange gebraucht habe, um die Kommunikationsweise in meiner Familie (es wurde kaum über Emotionales gesprochen) zu verstehen, zu akzeptieren und abzulegen. Zugunsten einer Kommunikation, die zwar immer und überall stattfinden muss, aber weitaus weniger Konfliktpotenzial birgt.

Um Konflikte zu vermeiden, muss ich den Mund aufmachen, wenn mir etwas gegen den Strich geht. Und ich muss nachfragen, wenn ich verunsichert bin, was das Verhalten eines Menschen mir gegenüber angeht. Bedarf das Training? Himmelherrgott JAAA! Und was für eins. Und dazu Geduld mit sich selbst. Und in beiden Dingen war ich nie gut, aber ich hab es geschafft, bis hier hin. Ich bin noch nicht fertig, weil es ein Leben lang so sein wird, aber ich habe so einige Hürden nehmen können und das heißt, dass auch du das kannst!

Und ein Zugeständnis möchte ich noch allgemein machen: Wenn eine Frau und ein Mann beschließen, dass die Frau zu Haus bleiben möchte und sich um das Neugeborene kümmert und der Mann arbeiten gehen möchte, dann ist auch dieses gesellschaftlich zu akzeptieren und NICHT als rückschrittlich zu betrachten. Wenn beide einvernehmlich damit einverstanden sind, so glücklich miteinander sind, dann gibt es daran nichts auszusetzten oder zu verurteilen!

Das, worum es mir geht, ist, die Vielfalt aufzuzeigen und dazu gehört auch dieses Beziehungsbild. Genauso wie die Heterosexualität für mich zum LGBTQ+ Thema gehört. Für mich geht es darum, ein miteinander zu finden und die Bewertungshierarchien zu überwinden.


 

2. Bild:

Bisexualität

Dieses Bildnis ist auch wieder in erster Linie an die eigenen Leute gerichtet, aber auch sehr wichtig für alle außerhalb der Regenbogen Kreise.

Immer wieder begegnet bisexuellen Menschen Kommentare wie “Ach, du hast dich nur noch nicht gefunden” oder “Komm auf unsere Seite der Macht; wir haben auch Kekse” oder “Du musst dich nur für das ´Richtige´ entscheiden”.

Das Zugeständnis:

Ja, auf der Reise zu sich selbst machen wir immer wieder Halt in verschiedenen Häfen. Und so ziemlich jeder homosexuelle Mensch hatte die Phase, in der mit Prozenten gerechnet wurden, wie homo Mensch (Alternative zum “man”) schon ist. Das ist genauso ein schöner Klassiker, wie dass Mensch sich in die besten Freunde verliebt und so die ersten Anzeichen des “Nicht der Norm entsprechen” kennenlernt.

Meine Aufgabe:

ABER trotz dieses Klassikers: Menschen sollen auch beide Geschlechter lieben dürfen. Das Spiel “auf welcher Seite stehst du” wird langsam alt. Und ob du nun Bock auf NUR Vulvas oder NUR Penisse oder eben BEIDES hast, all das ist in Ordnung! Da gibts nix zu verurteilen oder zu manipulieren “zugunsten der eigenen Seite”. In diesen Sätzen ist inkludiert, dass  es ein Feindbild geben muss und dieses MUSS bekämpft und zerstört werden. Auch das ist Bullshit für mich und gehört echt mal ins letzte Jahrhundert. Wir brauchen es nicht mehr!


 

3. Bild

Asexualität:

Und schon wieder ein so merkwürdig neuer Begriff. Auch die Asexualität ist ziemlich neu in der Sichtbarkeit in unserer Gesellschaft. Aber ich bin überzeugt, dass auch die Veranlagung zu dieser Lebensweise in uns steckt.

Das Zugeständnis:

Mir ist es mit mir selbst auch begegnet, dass ich es nicht für voll genommen habe. Geschweige denn mich selbst, als es mir in mir begegnet ist. Und auch jetzt noch weiß ich nicht genau, wie ich die Erlebnisse einsortieren soll. Irgendwie betrifft mich dieses Wort und irgendwie nicht.

Mir ist auch bewusst, dass es Jugendliche gibt, die sehr früh, sehr schnell mit Begriffen wie z. B. Asexualität hantieren und da sag auch ich: “Wart mal ab.” Und damit ist es gut möglich, dass ich diesen Jugendlichen und ihrem Wissen über sich selbst nichts Gutes tue.

Meine Aufgabe:

Aber es gibt Asexualität, das ist völlig okay und normal! Diese Menschen haben kaum oder kein Interesse an sexuellen Handlungen. Die Intensität und Bedürfnisse unterscheiden sich auch hier von Person zu Person, deshalb lässt sich sagen, dass Asexualität ein Spektrum ist. Allgemein lässt sich aber sagen, dass asexuelle Menschen definitiv ein Verlangen nach Beziehung haben und auch bis zu einem bestimmten Grad nach körperlicher Nähe. Aber sobald es eine sexualisierte Note bekommt, werden diese Menschen schnell unruhig. Sie begehren nicht im sexuellen Sinne und mögen meist Sex einfach nicht. Sind aber im Vergleich zu aromantischen Menschen sehr an romantischen Begegnungen und Beziehungen interessiert.

Ein allgemeiner Hinweis zu dieser Sexualität: Wie ihr sehen könnt, habe ich dieses Bild mit ein paar Fragezeichen versehen. Dies ist dem geschuldet, dass Asexualität unabhängig vom Geschlecht in den Menschen existiert. Also egal wie du dich mit welchem Geschlecht identifizierst, kannst du asexuell sein. Der Kreis dient hier auch wie bei der Aromantik der Symbolisierung des Menschen.

 

Hier geht´s zurück zur “Ausgangssituation” 🙂

Vergessen wie das mit den “ersten Schritten” war?!

Kennst du den “Zweiten Schritt” schon?! 😉

Oder willste meine gesamte “gemalte Kunst” sehen? o.O

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